Tagesgeldkonto – Auf was man unbedingt achten sollte

Ein Tagesgeldkonto ist eine Möglichkeit zur Geldanlage, ohne aber dabei die Möglichkeit zu verlieren, jederzeit auf sein Geld zugreifen zu können. Auf ein Tagesgeldkonto lässt sich also Geld einzahlen, das dann verzinst wird. Trotzdem kann man jederzeit darauf zugreifen. Der Unterschied zum Girokonto besteht aber darin, dass Transaktionen wie Überweisungen oder Lastschriften nicht möglich sind, die einzige Transfermöglichkeit besteht in der Regel vom Tagesgeld zum Girokonto. Ein weiterer Unterschied liegt in den Zinsen, denn die sind beim Tagesgeldkonto höher als beim Girokonto und bringen uns gleich zum ersten Punkt, der bei der Auswahl des geeigneten Tagesgeldkontos wichtig ist.

Der Zinssatz an sich

Neben der Höhe der Zinsen an sich, ist es wichtig zu wissen, dass die Zinsen bei einem Tagesgeldkonto variabel sind, sie können sich also jederzeit euro-733951_960_720ändern. Das heißt, dass Sie nächste Woche auf Ihr Kapital theoretisch das doppelte an Zinsen bekommen könnten, aber andersherum kann es genauso gut sein, dass sie nur noch die Hälfte bekommen. Um den besten Zinssatz für Sie zu finden, können sie prinzipiell zwei Strategien verfolgen.

Die erste Strategie ist die des herkömmlichen Kunden, die auch die meisten Leute wählen. Hierbei schließen Sie das Tagesgeldkonto ganz normal ab und bleiben dann auch dabei, ohne dass Sie nach einem Jahr gleich wieder die Bank wechseln. Dabei müssen Sie vor allem darauf achten, wie Bestandskunden beim jeweiligen Anbieter verzinst werden. Oft ist es nämlich so, dass Neukunden mit besonders hohen Zinsen gelockt werden, die dann nach einem Jahr aber auf das ganz normale Niveau gesenkt werden. Achten Sie bei der Wahl des Anbieters also nicht auf einen hohen Zins beim Abschluss des Kontos, sondern auf einen hohen Zins für Bestandskunden.

Die zweite Strategie läuft genau anders herum und nennt sich Tagesgeld-Hopping. Dabei nutzen Sie den höheren Neukunden Zins bei vielen Banken aus und wechseln die Bank wieder, sobald dieser Zeitraum abgelaufen ist. Um das konkret zu erklären, hier ein Beispiel: Sie schließen ein Tagesgeldkonto bei einer Bank ab, die im ersten Jahr einen besonders hohen Zins verspricht. Nach diesem Jahr lösen Sie ihr Konto dann aber wieder auf und wechseln zu einer Bank, die zum Beispiel für ein halbes Jahr besonders attraktive Zinsen verspricht und so machen Sie dann weiter. Das ist aufwändig, hat aber den Vorteil, dass Sie immer die besten Zinsen bekommen. Wenn Sie diese Strategie verfolgen, müssen Sie vor allem auf Tagesgeldkonten achten, die im ersten Jahr einen hohen Zins bieten. Da es beim Tagesgeld keine Kündigungsfrist gibt, müssen Sie hierauf nicht achten.

Alle diese Daten lassen sich anhand eines Vergleichs unterscheiden. Bei einem Tagesgeldvergleich werden die Testsieger ebenso aufgelistet, wie etwas schlechten Anbieter. Was aber nicht daran liegt, dass diese hinteren Plätze schlechter sind. Oftmals hat nur eine kleine Sache darüber entschieden, auf welcher Platzierung die Direktbank mit dem Konto landet. Man sollte regelmäßig online Tagesgeld vergleichen, da sich die Zinsen und etwaige Neukundenprämien sehr schnell ändern.

Häufigkeit der Zinsauszahlung

Auch die Häufigkeit der Zinsauszahlung ist ein weiteres wichtiges Kriterium für die Auswahl eines guten Tagesgeldkontos. Grundsätzlich gibt es dabei environmental-protection-886671_960_720drei verschiedene Varianten. Entweder eine jährliche oder monatliche Verzinsung oder eine Zinsauszahlung für jedes Quartal.

Die Häufigkeit der Zinsauszahlung ist deshalb wichtig, weil es in der Summe große Auswirkungen auf den insgesamt ausgezahlten Zinsbetrag hat. Denn wenn Ihr Kapital monatlich verzinst wird, bekommen Sie 12 mal pro Jahr auf die Zinsen weitere Zinsen. Bei der jährlichen Verzinsung eben nur einmal. Um das zu verdeutlichen, hier ein kleines Rechenbeispiel. Sie zahlen 10.000 Euro Kapital ein und erhalten bei Konto A 3% Zinsen jährlich und bei Konto B 1,5% Zinsen monatlich. Nach zwei Jahren liegt Ihr Kapital auf Konto A bei 10.609 Euro, bei Konto B sind es bereits bei 119.956 Euro. Und das, obwohl der Zinssatz selbst bei Konto B nur halb so hoch ist.

Lassen Sie sich bei der Auswahl eines Tagesgeldkontos also nicht durch hohe Zinsen alleine täuschen. Denn ein niedriger Zinssatz, der aber monatlich und nicht jährlich ausgezahlt wird, kann sich im Endeffekt viel mehr rentieren.

Überprüfen von Mindest- und Maximaleinlage

Die Zinsen werden ebenfalls von der Mindest- und Maximaleinlage eines Tagesgeldkontos beeinflusst. Die Mindesteinlage ist der Betrag, ab dem die Bank Zinsen auszahlt. Bei den meisten Konten liegt der bei einem Euro, andere haben aber auch höher Mindesteinlagen. Das bedeutet, dass Sie bei einer Mindesteinlage von 1.000 Euro und einem Kapital von 2.500 Euro nur Zinsen auf 1.500 Euro Ihres Kapitals bekommen, weil die ersten gear-384743_960_720Tausend eben nicht verzinst werden.

Die Maximaleinlage funktioniert genauso, nur geht es hier genau anders herum. Es gibt also eine Obergrenze, aber der die Bank keine Zinsen mehr auszahlt. Wenn Sie also 7.500 Euro Kapital einzahlen, die Maximaleinlage aber bei 5.000 Euro liegt, bekommen Sie auch nur Zinsen auf diese 5.000 Euro. Selbst wenn Sie noch mehr einzahlen, die Zinsen, die Sie erhalten, ändern sich nicht mehr. Natürlich liegt die Maximaleinlage in der Regel viel höher als bei 5.000 Euro. Aber gerade wenn Sie größere Summen anlegen möchten, sollten Sie auf eine hohe Maximaleinlage achten oder das Geld falls nötig auf mehrere Tagesgeldkonten verteilen, um es voll verzinst zu bekommen.

Einlagensicherung

Die Sicherung Ihrer Anlagen, falls Ihre Bank insolvent geht oder in sonstigen finanziellen Schwierigkeiten steckt, ist natürlich ebenfalls nicht zu vernachlässigen. Die Einlagensicherungsgrenze in der EU liegt bei 100.000 Euro, der Staat zahlt Ihnen Kapital, das unter dieser Grenze liegt, also zu 100% zurück. Falls Ihr Kapital darüber hinausgeht, sind für Sie Banken interessant, die sich zusätzlich in Einlagensicherungsfonds engagieren. Hier gibt es dann Absicherungen in Höhe von mehreren Millionen Euro. Beim Tagesgeldkonto im Vergleich wird die Höhe der gesetzlichen Einlagensicherung sowie die großteils eigene Sicherung der Einlagen angegeben.

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